Mein Leben bestand aus PowerPoint. Bis KI kam.

...aber es kommt auf den Inhalt an - nicht die Form.
Immer wieder werde ich gefragt, wie sich mein Geschäftsmodell mit der KI verändert hat – mit Fähigkeiten, mit denen ich vor einem Jahr noch nicht gerechnet habe. «Jetzt kannst du mit dem Pinseln von PowerPoint-Folien kein Geld mehr machen», heisst es dann oft. Nun gut, es kam schon immer darauf an, was auf den Folien steht – der Inhalt. Aber ja: Der Aufwand, Kästchen hin- und herzuschieben, fällt weg. Recherche mache ich immer noch selbst, aber KI hilft mir dabei – und das spart enorm Zeit.
Wenigstens, so sage ich mir, fallen jetzt diejenigen durch, die von PowerPoints und E-Mails gelebt haben – wobei viele dieser Folien den Tagessatz des Externen schon vorher kaum rechtfertigten.
Für mich, gerade mit meinem eigenen Netzwerk und Angebot gestartet, ist das ein Segen. Der Erwartungsdruck, eine ausgefeilte Präsentation zum Besten zu geben, ist weggefallen. Das ist kein Nischenphänomen.
Selbst die grossen Beratungshäuser spüren das mittlerweile am eigenen Leib. McKinsey hat ein internes KI-Tool namens «Lilli» entwickelt, das heute von über drei Vierteln aller Mitarbeitenden regelmässig genutzt wird – und genau jene Aufgaben übernimmt, die früher Junior-Beratende beschäftigt haben: Recherche, Foliengestaltung, erste Analysen. Der eigene globale KI-Verantwortliche der Firma hat öffentlich eingeräumt, dass man dafür keine Heerscharen von frisch diplomierten Analysten mehr braucht – die Technologie erledigt das. Eine Fachanalyse schätzt, dass solche Tools bereits vier Fünftel der typischen Analysten-Arbeit übernehmen können, und zwar in Sekunden statt in Tagen. Ein Partner von McKinsey sagte kürzlich, analytische Arbeit, für die früher ein vierköpfiges Team zwei Wochen brauchte, schaffe heute eine Person mit KI-Unterstützung in zwei Tagen.
Das ist eine Produktivitätssteigerung – und gleichzeitig, unweigerlich, ein Signal für schrumpfende Teams. Das jahrzehntealte Geschäftsmodell der grossen Beratungshäuser – viele günstige Junior-Stunden auf wenige teure Partner-Stunden aufgeteilt – gerät ins Wanken. Wenn die Foliengestaltung nichts mehr kostet, muss der Rest umso mehr wert sein, oder?
Wie ist das nun aber mit dem Tagessatz? Für viele Aufgaben, für die ich früher einen halben Tag brauchte, reicht mir heute vielleicht eine Stunde. Das wird schwierig für alle, die sich auf die Wertigkeit schöner Darstellungen gestützt haben – und noch immer stützen.
Werde ich damit einfach viel günstiger? Nein. Ich liefere mehr – und endlich viel mehr das, was mich wirklich ausmacht: Erfahrung, Wissen und Kreativität, die jetzt nicht mehr in bunten Grafiken verschwindet, sondern sichtbar wird.
Was mir dabei auffällt: Schon früher zählte nicht, wer oberflächlich über möglichst viele Themen «etwas» wusste und sich damit als grosser, breit aufgestellter Berater präsentierte. Es zählte, wer sich mit einer Sache wirklich auseinandergesetzt hat – tief, hartnäckig, bis er sie verstanden hat. Nur hatte man früher selten die Zeit dafür, weil die Hälfte des Tages in Formatierung und Foliendesign floss. Heute habe ich den Rücken frei, vielmehr das zu tun, was schon immer den Unterschied gemacht hat: mich wirklich in ein Thema zu vertiefen, statt es nur zu drapieren.
Ein Beispiel: Aktuell helfe ich einem Software-Startup, den breiten Durchbruch zu schaffen (bald gibt es mehr davon zu berichten – stay tuned). Situationsanalyse, Marktanalyse und Go-to-Market-Konzept kosten mich heute drei Tage. Früher waren es zehn. Der Kunde erhält den gleichen Wert für einen Bruchteil der Investition – weil ich fair bin. Ist der Inhalt dadurch generischer, weniger kreativ, künstlicher? Im Gegenteil: Es steckt mehr von mir drin. Das, was ich wirklich bin, das, was ich wirklich kann. Meine Einzigartigkeit – die genauso einzigartig ist wie die jedes anderen Menschen, aber bei vielen unter Form und unnötiger Handarbeit begraben liegt.
Das eröffnet mir auch neue Wege, wie ich mit Kunden zusammenarbeite. Gerade bei vertrieblichen Themen ist ein Modell, das ich zunehmend anbiete, ein geteiltes Risiko: Ein Teil meines Honorars hängt vom tatsächlichen Erfolg ab, nicht nur von geleisteten Stunden. Das ist ein Angebot, das ich mir früher kaum leisten konnte, weil ich das Risiko schlicht nicht präzise genug einschätzen konnte. Dank KI-gestützter Analyse kann ich heute Marktpotenzial, Umsetzungsrisiko und Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich fundierter beurteilen – und daraus ein faires Angebot machen, bei dem ich selbst etwas riskiere. Das ist mehr als ein Vertrauensbeweis gegenüber dem Kunden. Es ist ein Beleg dafür, dass ich meiner eigenen Einschätzung traue.
Die Automatisierung hat schon in der industriellen Revolution – und noch mehr in der digitalen – nicht weniger Arbeit gebracht, sondern mehr. Und kreativere. KI ist die nächste Stufe davon. Eine unglaublich kraftvolle. Was mich nachdenklich macht: In der Beratungsbranche arbeiten noch viele wie vor drei Jahren – gleicher Tagessatz, gleiche Foliendichte, gleiches Tempo. Das ist heute kein Qualitätsmerkmal mehr, das ist ein Wettbewerbsnachteil. Wer weiterhin für den halben Tag verrechnet, was andere in einer Stunde liefern – bei gleichem oder höherem Substanzgehalt – wird über kurz oder lang nicht mehr gefragt sein. Nicht, weil KI die Beratung ersetzt. Sondern weil sie sichtbar macht, wer wirklich etwas zu sagen hatte – und wer sich hinter der Form versteckt hat.
Wie sieht das bei Ihnen aus – zahlen Sie noch für Foliendichte, oder schon für Substanz? Der kostenlose Sales Check gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste, ehrliche Einschätzung, wo Ihr Vertrieb heute steht.
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David Rippmann ist Gründer der Present Value GmbH und arbeitet als CCO à discretion – dort, wo Unternehmen kommerziellen Instinkt, Marktentwicklung und einen ehrlichen Aussenblick brauchen. Nach 25 Jahren an der Kundenschnittstelle bei Avaloq, Crealogix und Diebold Nixdorf sowie zahlreichen Mandaten bei Banken, Industrie- und KMU-Unternehmen bringt er das mit, was zählt: Erfahrung, die nicht in Folien verschwindet, sondern in Resultaten sichtbar wird.
